Sag mir nicht, was ich nicht kann….

// KUNST

Ich war schon immer bunt und anders. Bunt gekleidet, mutig und voller Energie. Ich lache viel.

Meine frühen kreativen Bestrebungen liefen leider ziemlich ins Leere. Es war die Zeit, in der man wenn überhaupt nur ein schöngeistiges Talent hatte, bei mir, so legten es meine Eltern fest, war es die Musik und der Tanz. Die Ausbildung bzw. das Studium wurden darauf ausgerichtet, was ein sicheres Einkommen versprach. Und da ich immer die Rächerin der Enterbten sein wollte, ein weiblicher Robin Hood, studierte ich Jura und wurde Rechtsanwältin.

Malerei bewunderte ich nur in Museen.

Es vergingen viele Jahre, Jahre in denen ich viel gearbeitet habe und meine ganze Energie der Juristerei widmete und zunehmend merkte, dass ich einen wichtigen Teil meiner selbst nicht lebte.

2015 kreuzte das eine Bild meinen Weg, das die Weichen neu stellte. Es kam ganz schlicht daher, in einem leichten leisen Blau.

Das Besondere an dem Bild war eine Stelle aus der Gips rieselte. Bis dahin hatte ich zwar von Leuten wie Beuys gehört, mich aber vorwiegend für die altflämischen Meister interessiert und die üblichen Bekannten, die heute noch die Ausstellungslandschaft in den Museen dominieren. Abstrakte Kunst hatte meinen Weg nicht gekreuzt und auf die Idee andere Materialien als Farbe einzusetzen war ich nicht gekommen.  Ich fing Feuer und begab mich auf meinen eigenen künstlerischen Weg.

In den ersten 2 Jahren arbeitete ich viel mit Asche, Gips, Marmormehl, Bitumen, Rost, Draht und Zufallsfunden aller Art und zündete sogar Leinwände an wegen der Brandspuren. Dann wollte ich es wissen und wagte mich an Portraits und die figürliche Malerei. Ich machte eine bahnbrechende Entdeckung. Wenn ich nicht darüber nachdachte, konnte ich alles wagen und was soll ich sagen, es gelang. Ich verglich mich nicht mit anderen, überlegte nicht, ob ich genügend Kunstfertigkeit besaß um mich an bestimmte Bildmotive heran zu wagen, sondern machte es einfach.

Je mehr ich malte, umso näher kam ich mir. Momente des höchsten Glücks, aber auch des Verlusts. Meine Seele jubilierte. Was ich zu der Zeit nicht wusste war, dass ich damit ungeahnte Prozesse unterbewusst in Gang setzte. Die Malerei lehrte mich wie es ist die Kontrolle abzugeben und mich ganz dem Zufall hinzugeben. Mich zu fragen, was braucht mein Bild und nicht starr an Ursprungsplänen festzuhalten. Schöne Stellen des Bildes zu übermalen und damit loszulassen, um dem Bild noch eine größere Ausdruckskraft zu verleihen und vieles vieles mehr.

Manchmal schien mir die Leinwand selbst den Weg zu weisen, als wollte etwas sichtbar gemacht werden, was dort schon unsichtbar vorhanden war. Die Personen, die ich auf der Leinwand erschuf  waren voller Energie und sie lächelten nicht immer, sondern zeigten der Welt ungehemmt ihre Emotionen, mal lauter und mal leiser. Ich erntete Reaktionen voller Emotion. Betrachter stritten sich teilweise im Angesicht eines Bildes, schwelgten in Harmonie oder freuten sich, wenn das kecke Mädchen auf der Leinwand die Zunge rausstreckte und ihnen damit aus dem Herzen sprach. Offensichtlich hatten meine Bilder Kraft.

Die Malerei erfüllte mich mit Erkenntnissen, die mein weiteres Leben bestimmten. Ich merkte wie ich nicht mehr bereit war meine Energie in Projekte zu stecken, die nicht realisiert wurden. Das Bedürfnis wirksam zu sein, zu wissen wohin meine Energie fließt und nicht Statistin in einem fremden Film zu sein, in der andere über meine Rolle bestimmen, wurde immer größer. So gab ich meine Tätigkeit als Prokuristin und Bereichsleiterin eines großen mittelständischen Industrieunternehmens auf und widmete mich etwas völlig Neuem.

Ich fragte mich wovor ich am meisten Respekt hatte in der Juristerei und besuchte einen Fachanwaltslehrgang IT Recht. Mit dem Trick sich so zu fühlen, als hätte man den ganzen Stoff schon mal gehört und müsste sich ihn nur in Erinnerung rufen ging ich an die Themen ran und hatte großen Erfolg. Das Wissen konnte ich dann die letzten Jahre auch gleich in der Softwareindustrie zum Einsatz bringen.

Das theoretische Know how gepaart mit meiner Kreativität ließ mich dann in die Welt des Design Thinking eintauchen. Eine von verschiedenen agilen Arbeitsmethoden mit denen man jegliche Form von Veränderung von Prozessen starten kann, selbst in einer sehr konservativen Welt wie der Juristerei. Ich war immer eine Freundin von Vereinfachungen und Geschichten, die ich dann angest0ßen von der Methodik des Design Thinking und der Begegnung mit einer faszinierenden Frau meines Fachs in einer Geheimhaltungsvereinbarung mit Bildchen ausleben konnte. Doch während sie in ihrem Unternehmen dafür mit einem Designpreis für Ideenreichtum geehrt wurde, war die Softwareindustrie hierfür wohl noch nicht bereit. Verrückt, wenn der Jurist kreativer und vorwärtsgewandter ist, als die Branche, der man die Entwicklung eigentlich zuschreibt.

Neben dem Design Thinking befasste ich mich zusammen mit meinem Team auch mit der Theorie der US amerikanischen Entwicklungspsychologin Carol Dweck zum Fixed and Growth Mindset. Danach kannst Du genetische Veranlagungen jederzeit erweitern oder verändern mit der richtigen Einstellung zu den Themen. So fragt Carol Dweck: Ist Intelligenz erlernbar? Und kommt zu dem Schluss, dass Forschungen beweisen, dass dies der Fall ist. Und während Menschen mit einem „fixed mindset“ noch davon ausgehen, dass Fehler um jeden Preis vermieden werden müssen, gehen Menschen mit einem „growth mindset“ davon aus, dass Fehler die Chance darauf sind früh neu abzubiegen und dazu zu lernen.

Und so habe ich mich entschieden mein Wissen über die Malerei zu kombinieren mit dem was mich so fasziniert dem Ansatz des „fixed and growth mindset“, der die Wahnsinns Chance beinhaltet sich selbst nochmal völlig neu auszurichten.

Wir steuern in ein Zeitalter, in dem der westliche Wissensarbeiter mehr und mehr durch Algorithmen und günstigere Arbeitskräfte ersetzt wird. Gerade in Disziplinen wie der Juristerei und dem Ingenieurwesen ist jetzt mehr denn je die Erweiterung des eigenen Portfolios um kreative Fähigkeiten und geistige Beweglichkeit besonders wichtig, um sich marktfähig zu erhalten und noch mitzuspielen. Gleichzeitig stelle ich immer wieder fest, wie schwer es Menschen egal ob jung oder älter fällt selbst kleine Veränderungen in den eigenen Verhaltensmustern vorzunehmen.

Das Wissen hierum zu vermitteln ist Inhalt meines „Better by Art“ Programms. Ein geschützter Raum + eine Methode, die nicht über den Intellekt funktioniert und damit nachhaltig wirkt.

Wenn Dir das Programm gefällt erzähle es bitte Deinen Freunden und Bekannten.

Gönn` Dir BETTER by ART sei es Dir wert. Ich freue mich auf Dich.

Wenn ich male bin ich frei, völlig frei, ich bin ich.